Schaugarten

Schaugarten:

Der IGW-Schaugarten in Schiefling/Albersdorf bietet Besuchern gegen eine kleine Vereinsspende eine Vielzahl von neu angesiedelten seltenen Wildpflanzen am Bachufer, auf der Blumenwiese, an der Hecke und im Wald. Der Gemüse- und Kräuter-Schaugarten zeigt alte und seltene Sorten, einheimische wenig bekannte Kräuter und Blumen.

Aktuell Juli 2010: Der Alant (Inula helenium) blüht zum ersten Mal. Die bis über 2m hohe werdende Pflanze mit ihren prachtvollen sternförmigen gelben Blüten kam von der Arche Noah aus Schiltern. Im ersten Jahr ist nur eine riesige Blattrosette zu sehen, ähnlich Meerettichblättern. Nun im zweiten Jahr schob sie einen langen Stängel gen Himmel. Der Echte Alant ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Er blüht von Juni bis September. Seine Heimat ist Asien, heute in Europa und Nordamerika verbreitet. Horaz gab der Gattung den Namen. Den Römern war Alant als „Enula Campana“ (Alant der Felder) bekannt und verwendeten ihn kulinarisch. Plinius schreibt von Kaiser Julius Augustus den Ausspruch „Laßt keinen Tag vergehen ohne einige der kandierten Wurzeln zu essen, um die Verdauung zu fördern und Frohsinn zu erlangen.“ Auch im Mittelalter und zu Zeiten der Tudors in England wurde Alant als Zuckerwerk verkauft. Viele Bräuche ranken sich um den Alant, unter Gebeten und Beschwörungsformeln nur darf er geerntet werden. Er soll gegen die „Elfenkrankheit“ helfen. In Skandinavien wird er heute noch Gott Odin geweiht. Die Inhaltsstoffe sind interessant wie Azulen und Inulin, das aus der Wurzel erstmals 1804 isoliert wurde. Zum Kulinarischen: die Wurzel hat einen zarten Veilchenduft. Sie eignet sich zum Aromatisieren. Die Blätter schmecken leicht bitter-scharf und können Salaten und Gemüsen beigefügt werden. Margot Steiner empfiehlt in ihrem Buch „Enzyklopädie der Wildpflanzen“ ein Rezept „Alantwurzeln glaciert mit Parmaschinken und Brennesseln“. McVicar schreibt außerdem:“ Ihre Katze könnte sich dafür interessieren, daß Untersuchungen ergeben haben, daß Alant eine beruhigende Wirkung auf Mäuse hat.“ Quellen: M. Steiner, s.d.2008 (A&M Weltbild) Salzburg und Jekka McVicar, Der große Kräuterführer. 2008 (Bassermann) München)

Lassen Sie sich von den Bildern verführen, holen Sie sich Anregungen für den eigenen Garten und kommen Sie zu uns. Die Anfahrtsbeschreibung sehen Sie hier.

Auch eine Führung mit einer Kräuterpädagogin im Garten ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Sie erfahren viel neues über altbekannte Sorten, Unbekanntes über seltene Wildpflanzen und genießen eine Stunde in der erholsamen Landschaft des Keutschacher Seentals. Anmeldung

Das Herbarium war das wissenschaftliche Instrument von Naturforschern durch Jahrhunderte von Frau Merian über Dr. Kugy bis herauf zu modernen KräuterpädagogInnen. Heute zeichnen wir Pflanzen nicht mehr akribisch in freier Wildbahn, sondern vereinfachen uns das Leben mit einer Digitalkamera. Getrocknete Blütenstände haben jedoch ihre ganz eigene Aussagekraft. Sehen Sie mehr...

Das Gartentagebuch lässt Sie den Ablauf der Jahreszeiten und das Wachstum, die Blüte und Frucht von Pflanzen aber auch der Tiere mitverfolgen, die besonderen Geschehnisse im Garten, vom Auftreten der Feuersalamander, dem Besuch des Eichelhäherpaares bis zum Flüggewerden der Meisen. Probleme wie Schnecken und Wühlmäuse werden als Herausforderung betrachtet, das Aufkommen einer besonderen Pflanze, mit der man sich schon seit drei Jahren müht, ist ein gefeiertes Ereignis.

2010

Heuer ist alles anders, heuer sind es weil vielleicht zu kalt im Frühjahr weniger Schnecken als Läuse auf fast allem was wächst. Den Bussard haben die Krähen vertrieben, die sich in den hohen Bäumen im Wäldchen am Bach entlang eingenistet haben. Ihre Schreie erfüllt die Luft. Die Eichelhäher vertreiben drei Spatzen (!), die ihm über dem Haus hinweg nachjagen. Dafür kommen Grünfinken, Amseln und Meisen, die im Dachfirst der Kräuterei ein Nest bauen, zwei Junge aufziehen, eins davon überlebt, auch nur eins der Eltern, das andere verunglückt an einer Fensterscheibe. Nur eine Hornisse fliegt zum Bach um Wasser beobachte ich im Frühsommer. Seltener Besuch, eine Katze wandert durch den Hof. Beim ersten Aperwerden kommt ein Rehkitz zum Haus, schläft neben der Küchentür und schaut später im Jahr noch mal vorbei. Eines Nachmittags beobachte ich doch eine Muttersau mit drei Jungtieren am Weg vom Hang herunterkommend. Rasch scheuche ich sie weg. Zurück zum Garten: Im Boden lerne ich die Maulwurfsgrille kennen, mir gänzlich neu. Ein riesiger Feuersalamander schiebt sich den Hang hinauf. Die Kröten kenne ich schon vom ersten Jahr. Schnecken sind heuer wie gesagt erträglich. Den ersten Schwung dürften wir fleißig eingesammelt haben. Wunderschön ist das Herumschwirren der vielen Schmetterlinge. Ich zähle sieben verschiedene Arten. Die Brennesselinsel beim Komposthaufen und andere Wildpflanzen sorgen für gute Futterplätze. Für Wildbienen ist mit vielen verschiedenen Blumenpflanzen gesorgt. Carnica dürfen wir keine holen, Faulbrut ist im Tal, keine „Einfuhr“ erlaubt. Also bauen wir provisorisch ein kleines Wildbienenhotel. Die Imkerei klappt hoffentlich im nächsten Jahr.

 

Zurück zum Garten. Heuer belohnt er uns mit allem, was wir im letzten Jahr angepflanzt haben, reichlich. Die Überbleibsel des Hagels strengen sich doppelt an, Hortensien kommen wieder, die Glyzinie rankt sich im Zusehen um den neuen Torbogen . Alles wächst doppelt so rasch und hoch und üppg. Echinacea und andere Zierblumen aus Zwiebeln an der Hauswand, Geschenke der Nachbarin keimen alle, Rosen am Hang, Kräuter vor dem Haus und im Garten, Gilbweiderich unter dem Apfelbaum hat seinen Platz gefunden, Immergrün im Schatten, Kamille, Eseldisteln, Mohn, Lupinen, Fingerhut, Enzian, Zimtnelken am eher trockenen Hang ober dem Weg, unzählige im vorletzten Jahr ausgesäte Nachtkerzen öffnen ihre gelben Becher, . Der Alant treibt seinen hohen Stängel in die Höhe und erfreut uns bald schon mit seinen Blüten, Ysop und Johanniskraut überwuchern ihren Platz, Zitronenverbene, Melisse, Süßwurz und Winterheckenzwiebel Getreidesorten für Essenzen, Buchweizen mit seinen zarten rosa Blüten, Kartoffeln, Mais, Zwiebeln und vieles andere. Am Arche Noah Erhalterfeld ist Schafzahnmais aufgekommen, Hirse und Luzerne neben Bohnen und einem schönen großen Wiesenbärenklau. An der Ostseite baue ich an einem sog. Medizinalbeet mit Kräutern, die für ihre medizinische Wirkung bekannt sind. Im Halbschatten unter dem Nussbaum gedeihen Beinwell, Rotklee, Silberkerze, Mönchspfeffer, Frauenmantel neben Blauem Eisenhut, auch noch Lavendel, Salbei, Wilde Malve, Schafgarbe, Johanniskraut und Baldrian. Vor dem Haus ragt heuer neben Lupinen und Rainfarn Eisenkraut auf 1,80m Höhe. Am Bach siedeln wir anstatt des Indischen Springkrauts Mädesüß an, Blutweiderich, Weidenröschen, Sumpfdotterblumen, Waldspringkraut, Nachtviolen, Iris und Lilien in verschiedenen Farben, Seifenkraut und Wasserdost an. Im Jahr der Vielfalt soll es so üppig werden wie irgend möglich. Bei den Fichten hat Kanadische Goldrute Platz, Wurm- und Königsfarn. Unter den Bäumen im Schatten erfreut uns ein Knabenkraut - seltene österreichische Orchidee-, Bärlauch wird sich ausbreiten, Kletten finden ihren Platz, Pestwurz und Klebriger Salbei. Giersch, Taubnesseln in rot und weiß sind schon da, Gundelrebe und Klettenlabkraut bekommt heuer immense Dimensionen, Gundelrebe mit handtellergroßen Blättern! Es kommen neue Heckenpflanzen wie Eberesche, Flieder, Berberitze, Sanddorn und weitere hinzu.

Aus Samen gezogenen Ringelblumen und Wilde Malven erfreuen heuer das Auge, Rote Melde für die Küche ist dabei, bunte Wicken, Kresse, Gemüse wie Brokkoli, Sellerie, Paprika, Physalis, Erbsen wollen nicht so recht, verschiedene Salate. Nach einem eher kalten und nassen Saisonbeginn gedeiht nun im Juli alles recht zufriedenstellend. Die Mühe lohnt sich. Man macht Erfahrung mit neuen Sorten, was keimt, gedeiht wie und wo am besten. Was machen wir im nächsten Jahr anders und neu. Bleiben wir vor einem Hagel verschont? Die Äpfel stehen schön. Der Herbst lässt schon grüßen.

 

 

Eröffnungsjahr 2009

Zur Eröffnung ist noch alles braun am nun wieder ebenen Gelände des Gartens. Wege am Hang und den Bach entlang sind angelegt. Das Kräuterbeet vor dem Haus ist als erstes „bewohnt“ von wildem Dost, der sich üppig ausbreitet, Schafgarbe aus der Wiese, Johanniskraut, Beifuß. Rosen und Lavendel kommen hinzu. An der Hauswand reifen Ribisel früher. Der Schaugarten hinter dem Haus, angelegt in Vierecken nach Klosterart mit einem kleinen Rondeau in der Mittel mit Lavendel und einem Rosenstöckchen, pflanzen wir Sortenraritäten der Arche Noah, auch Nutzgemüse und weitere Kräuter. Im Laufe des Sommers wird der Muskateller-Salbei aus Frau Koflers Blumengarten in Aich an die 2m hoch, Melde ebenfalls. Zur Haussegnung Mitte Juli ist noch alles wunderschön. Man sieht wie es werden wird. Zwei Lavendelhochstämmchen zieren den Eingang, Hortensien haben wir uns gegönnt als blauen Blickpunkt vis a vis der Küche. Cosmeen zieren die Blumenbeete. Dann kommt der Hagelsturz! Der Garten ist weiß, alles zerstört, die Apfelernte dahin. Wir sammeln ein, was noch übrig ist, retten Restbestände, säen neu aus und hoffen auf einen milden September – und auf das nächste Jahr.

Später im Jahr überwuchert wie zum Trost Kapuzinerkresse und blaue Winden den Torbogen aus Weidenästen. Am Hang gedeihen kleine Beetrosen sehr schön, Wilde Möhre wird auch höher als erwartet, Beifuß und Rainfarn ebenso neben neuen Sträuchern von Himbeere, Brombeere und Stachelbeeren. An Gartenbewohnern lernen wir ein Eichelhäherpaar kennen, Eichkätzchen wohnen im morschen Baum vor der Haustür und verteilen Eicheln in der Wiese. Rehe wandern des nachts ungehindert an der Haustüre vorbei. Bussarde ziehen ihre Kreise hoch oben, nützen die Thermik aus. Der Junge wird sich im nächsten Jahr ein Weibchen mitbringen. Hornissen fliegen ebenso, von mir weniger geliebt. Das Nest finden wir im alten Holzhäuschen. Im Gras lernen wir auch weniger Imposantes kennen. Im Frühjahr sammeln wir an einem regnerischen Morgen an die 200 Minischnecken ein, in den folgenden Tagen noch mehr. Wir lernen alles über und gegen die Schneckenplage. Zum Glück lassen sie den Nutzgarten weitgehend in Ruhe.

 

2008 Erste Anlage des Gartens

Nach einem Winter der Planung beginnen wir mit dem Bau des Hauses mit der Seminarküche, dem Nebengebäude mit der „Kräuterei“ und der Anlage des Gartens und der Wege. Die Bäume bleiben wo sie sind, nicht einer wird mehr gefällt, vier junge Fichten kommen hinzu. Am Bauaushub pflanzen wir erste Gemüsesorten. Wo immer frisch gegraben wird, wächst Melde und Beifuß. Die Tomaten haben sehr rasch die Braunfäule aufgrund der nassen Witterung. Man lernt dazu, sie brauchen ein Dach. Schwarzer Winterrettich ist so scharf, daß wir ihn lieber verschenken. Dafür sind uns die Kräuter umso lieber, die erste Ernte aus Wildsammlung vom IGW-Grund wird getrocknet. Gesetzte Stachelbeeren kommen ins „Exil“ am Sonnenhang unter die Esche; der Bauberg muß wieder weg.

 

Neubeginn Schiefling 2007

Wo lange ein Obstgarten war, beinahe alle Bäume aus Altersgründen gefällt, wird das Gelände der IGW entstehen. Ein erster Weg an den Walderdbeeren unter der Haselhecke entlang wird noch im Herbst angelegt. Was finden wir vor: Einen schönen Nußbaum, Apfelsorten Grafensteiner und Bohnapfel, der als Lagerapfel ausgezeichnet ist, die alles überragende dreistämmige Esche im Norden, die wir vor dem Fällen retten. In der Hecke einen schönen Gemeinen Schneeball am Bach mit seinen weißen Blüten und roten Früchten, Wildrosen,  Holunder, Brombeeren und Himbeeren, Weißdorn und Weidenkätzchen. In der Wiese sehen wir geschützte Seltenheiten wie das Tausendgüldenkraut, Johanniskraut ist häufig, noch mehr Wildrosen, Frauenmantel, Hahnenfuß, Schafgarbe und viele mehr. Wir freuen uns auf den Frühling und setzen vorausblickend Narzissen in die Wiese unter die Obstbäume.

 

Aus dem Pflanzentagebuch, Juni 2007 Faak/See

Juni 2007 – Beobachtungen über Farben auf den Wiesen am Faakersee – im Auge des Malers

Auf den Wiesen haben sich die Farben geändert. Wo im Mai das Blau des Wiesensalbeis, das Gelb des Hahnenfußes und die Strahlen der weißen Margeriten dominierten, ist es nun im heuer sehr frühen Hochsommer eher sanft beige geworden. Die Gräser haben ihre eigene Farbe. Dazwischen findet sich nun ein anderes Weiß mit etwas Rosa, das der Schafgarbenköpfe Als Kontrast das Violet der Flockenblumen, die filzigen Rispen der Natternköpfe an den Straßenrändern, hie und da noch das hellere Lila von einzelnen Glockenblumen. Als Gelb sehen wir nun die Rispen von Johannisblüten. Alles scheint wie in lichtem Dunst. Erinnerung an den Frühling sind die einzelnen Körbchen von Gänseblümchen auf kurzgeschnittenem Rasen. Der Sommer ist da.

Im August werden sich die Farben noch einmal ändern. Erhalten bleibt uns das Weiß der Schafgarbe oft noch bis in den späten Herbst hinein. Sehen wir dann, was an dunkleren Farben uns bleiben wird. Ob noch ein Gelb zu beobachten ist. T.Gregoritsch, Faak/See 2007

 

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